Orgelstadt Stralsund

„Orgelstadt Stralsund“ – schon lange träumen die Stralsunderinnen und Stralsunder von dieser Vision. Angesichts dreier historischer Monumentalorgeln in den drei Hauptkirchen St. Nikolai, St. Marien und St. Jakobi ist dieses Wort auch nicht zu hoch gegriffen. Es gibt wohl kaum eine andere Stadt in Deutschland und Europa, in der so bedeutsame Instrumente auf so engem Raum zu finden sind. Der Abschluss der Arbeiten an der Orgel in St. Jakobi markiert nun den Punkt, an dem der Traum Wirklichkeit wird.

Besuchern präsentiert sich die Jakobi-Orgel in einem historischen Kirchenraum, der die Wunden der Geschichte bewusst nicht verschweigt. Vor 700 Jahren wurde sie, die dritte der großen Stralsunder Pfarrkirchen, errichtet. Mit ihrem markanten Turm bildet sie seeseitig die Mitte der Panoramaansichten der Hansestadt. Für Ausstellungen, Konzerte und Theater wurde die Kirche in den vergangenen Jahren behutsam umgebaut und saniert.

Inzwischen ist St. Jakobi ein lebendiger Kulturort und zugleich Teil des UNESCO-Welterbes. Stralsunds historische Altstadt trägt den renommierten Titel gemeinsam mit Wismar seit dem Jahr 2002. Über die Jahrhunderte hinweg hat die Stadt im Nordosten Deutschlands ihren mittelalterlichen Grundriss, ihr historisches Gefüge von Straßen, Plätzen, Quartieren bewahrt und legt Zeugnis ab für eine prosperierende Hansestadt des 14. Jahrhunderts. Ihr heutiges Bild prägen vor allem das Rathaus mit seiner Schaufassade, die Giebelhäuser entlang geschwungener Gassen, die großzügigen Wasserflächen rund um die Altstadt, und der Hafen mit seinem spektakulären Museumsneubau, dem OZEANEUM.

Zu den wohl größten Schätzen Stralsunds gehören jedoch die drei großen Backsteinkirchen und ihre wunderbaren Orgeln. Allen dreien haben Orgelbauer und Restauratoren in den letzten Jahren zu neuem Klang und alter Pracht verholfen. Damit ist Stralsund unter den Hansestädten im Norden Deutschlands die einzige, deren gotische Großkirchen noch über ihre historischen Orgelwerke verfügen. Es sind Instrumente, die sowohl hinsichtlich ihrer Größe als auch ihrer handwerklichen und musikalischen Qualität zu den bedeutendsten der jeweiligen Bauzeit gerechnet werden können. Sie werden der Pflege der Orgelkultur besondere Impulse verleihen.

Dass die Vision einer Orgelstadt nun Gestalt annimmt, ist Menschen zu verdanken, die sich dafür eingesetzt haben. Getragen von Bund, Land, Hansestadt, Stiftungen, Vereinen und Privatpersonen konnte nicht nur die Finanzierung sichergestellt werden. Fachexpertise, Ingenieurskunst, handwerkliche wie restauratorische Höchstleistung haben letztlich zu jenem Ergebnis geführt, das hier zu Gehör gebracht wird.
Mit dem Abschluss der Arbeiten an der Orgel in der Kulturkirche St. Jakobi und der sich anschließenden Festwoche anlässlich ihrer Weihe ist die Orgelwelt eingeladen, den „Königinnen“ von Stralsund ihre Aufwartung zu machen.

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